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Ambulanter Pflegedienst
11.03.2004, 14:56
Beitrag: #1
Ambulanter Pflegedienst
Liebe Forum User!
Ich benötige einen Rat:
Von 1997 bis 1998 absolvierte ich ein FSJ bei einem ambulanten Pflegedienst.
Es war am Anfang ein sehr schöne Zeit, bis zu jenem Tag.

Zunächst war ich im ambulanten Bereich tätig.
Dort half ich den Schwestern bei verschiedenen anfallenden Arbeiten.
Kurze Zeit später kam mein Chef auf mich zu und sagte mir das er mich gerne in die Tagespflege einsetzen würde.

Mit der Zeit entwickelte sich ein sehr inniges Verhältnis zu den Klienten.
Keine Arbeit war zuviel.
Nach meinem eigentlichen regulären Dienst in der TP erledigte ich noch kleinere Arbeiten bei den Klienten zu Hause.

Eine Klientin, zusammen mit ihrer Mutter, wuchs mir ganz besonders an Herz.
Wann immer ich konnte besuchte ich Mutter und Tochter und untertstütze diese bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten.

Mein Urlaub war vorbei und ich war gerade auf dem Weg zu den beiden, da erfuhr ich das die Tochter verstorben sei.
Ich machte mich auf um der Mutter mein Beileid auszusprechen.
Diese war natürlich sehr traurig.

Leider konnte ich mich nicht persönlich von der Verstorbene Tochter verabschieden, da ich zu diesem Zeitpunkt einer anderen Klientin dringend helfen mußte.
Bei der Beerdigung fragte mich die Mutter vor dem geöffneten Grab warum ich mich nicht persönlich verabschiedet habe.
Das traf mich schwer.
Ab da merkte ich, daß irgendwas innerlich nicht mehr mit mir stimmte.

Später wollte ich nochmals gerne mit der Mutter darüber reden, wozu es nicht mehr kam.
Sie verstarb.

Von diesem Tage an veränderte sich mein Leben.
Nichts funktionierte mehr.
Ich brach es nicht mehr fertig, in der Pflege zu arbeiten.
Panik und Ängste überkamen mich, Zweifel machten sich in mir breit.
Meine Lehrstelle als KP mußte ich absagen; Zeit verging.

Monate später.
Ich scheue mich nicht zu sagen, Dank professioneller Hilfe, schaffte ich es wieder, in der Pflege zu arbeiten.
Heute befinde ich mich im 3. Jahr und habe es auch bald geschafft.

Das Problem heute ist aber noch, daß ich nicht mehr die Power habe wie damals.
Was das Lernen angeht, so fällt dies mir unwahrscheinlich schwer.

Was kann ich tun damit ich meine Kraft wieder zurück bekomme?

Ich danke Euch für's zuhören, den es tut gut, wenn man weiß das man richtig verstanden wird. Wer kennt eine Lösung? Besten Dank und viele Grüße.
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11.03.2004, 15:49
Beitrag: #2
Re: Ambulanter Pflegedienst
Grüße Dich auch mele2686! Ich denke das du dein erlebniss noch lange nicht verarbeitet hast und rate dir weiterhin hilfe zu suchen. Denn in diesem beruf muß man ne gewisse distanz zu den bewohner haben muß und dieses kann man erlehrnen.
Ansonmsten finde ich es gut das du wieder in der Pflege bist und so lernst damit für die zukunft um zu gehn.
Ich denke deine Kraft und Power kommt nur zurück wenn du das was war aufgearbeitet hast.

Machs gut.
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11.03.2004, 16:03
Beitrag: #3
Re: Ambulanter Pflegedienst
Vielleicht solltest du dir mal zum thema TOD, was kein einfaches thema ist, gedanken machen. Ich war letzte woche mit meinem kurs für 3 tage auf einem sterbeseminar und da haben wir uns über unsere ängste, vorstellungen usw austauschen können. es ist wichtig gerade bei so einem heiklen thema reden zu können, sich zu öffnen und zu wissen das der Tod ein teil unseres lebens ist. wenn wir zu klienten bewohner patienten wie auch immer gerufen werden beginnt die sterbebegleitung von dem ersten tag an wo wir sie kennenlernen, wir dürfen uns nicht verschliessen sondern müssen uns dafür öffnen, mit uns selber ehrlich sein uns über unsere ängst klar sein und vor allem darüber reden. ich gehe mal davon aus das dies dein erster sterbefall war der direkt reingehauen hat da du mehr nähe zugelassen hast als wir sollten, wir sind auch nur menschen und gegen unsere gefühle können wir nicht bestimmen.
mein rat mache dir gedanken über das sterben, über den tod, reflektiere dich wie du damit umgehst und sei ehrlich zu dir!
mach dir keine vorwürfe das du dich nicht persönlich verabschiedet hast -
sei gütig zu dir selbst. deine kraft kommt bestimmt wieder wenn du zulässt die anderen shönen seiten dieses berufes zu erkennen und zu sehen!
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11.03.2004, 17:59
Beitrag: #4
Re: Ambulanter Pflegedienst
Hallo allerseits du machst dir noch immer Vorwürfe dass du dich nicht persönlich von der Tochter verabschiedet hast?! Unterstützt durch die Worte einer tieftrauernden Mutter siehst du dies als deinen unverzeihlichen Fehler an?
Du warst bei der Beerdigung und hast dich doch eigentlich pesönlich von ihr verabschiedet, in Gedanken warst du sicher auch vor der Beerdigung bei ihr . Ich finde das zählt, wenn du später mit der Mutter gesprochen hättest, ich bin überzeugt sie hätte dir das gleiche gesagt. Die Mutter konnte in dem Moment gar nicht anders reagieren, sie war ja vom Tod ihrer Tochter von Schmerz erfüllt und hat ' dich und deinen Schmerz' gar nicht erkennen können. Wir arbeiten mit Menschen, und packen alle Gefühle mit in diese Arbeit, manchmal auch zuviel. Wir begleiten sie nach bestem Gefühl und Möglichkeiten, können aber nicht alles erfüllen was sich unser 'Klientel' von uns wünscht. Ich würde dir auch raten weiterhin Hilfe in Anspruch zu nehmen damit du dir klar wirst dass du nichts falsch gemacht hast und dass du deine Arbeit wieder ohne Panikattacken machen kannst. Du gibst den Leuten so viel, dabei darfst du dich selbst nicht vergessen!! Ich hoffe dass du deinen inneren Frieden bald wieder findest und dich selbst ' pflegen' kannst. Dann wird Kraft und Power auch wieder kommen. Alles Liebe andrea
Lg
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