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Ist das normal in der Pflege? Wichtig!!
18.02.2006, 10:55
Beitrag: #1
Ist das normal in der Pflege? Wichtig!!
grüß Gott. Ich würde gerne was fragen!

Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich mich mit meinen Fragen an dieses Forum wenden soll. Denn es könnte ja sein, dass es vollkommen normal geworden ist, derartig behandelt zu werden. Und dass man diesen Zustand so langsam akzeptieren muss. Vielleicht war ich ja zu lange draußen!?

Seit ungefähr zwei Monaten arbeite ich in Teilzeit 50% mit drei Tagen pro Woche in einem Altenheim, das seit einem Jahr auf dem Markt existiert.
Nach Absprache mit der Hausleitung und dem Inhaber, einem Häuslebauer, sollen meine drei Tage pro Woche gesichert sein. Zwei Tage benötige ich für mein kleines Gewerbe. Somit bleiben mir zwei freie Tage in der Woche. Dieses Modell funktionierte bisher ganz gut und ich käme auch finanziell damit klar. Doch befinde ich mich in einer Situation, in der es für mich sehr hart ist, sie zu akzeptieren. Denn ich glaube mich rechtlich auf sehr unsicherem Boden zu befinden und kann vieles nicht mit meiner Einstellung zum Beruf vereinbaren.

Das Haus besteht aus zwei Wohnbereichen mit je bis zu 40 Bewohnern. Die Teams sind gleichermaßen verteilt.
1. Der Dienstplan wird von der PDL erstellt und regelmäßig abgeändert neu ausgedruckt.
2. Die Kollegen werden regelmäßig oft in den Dienst per Telefon gerufen.
3. Die Schichten werden Morgens mit vier und Abends mit 3,5 Personen gefahren. Die halbe Kraft kommt um 18:30h zum Spätdienst, um die Pflege mitzumachen. In der Nacht ist eine examinierte Kraft anwesend.
(In unserem Wohnbereich werden momentan 36 Bewohner gepflegt.
7 Bettlägrig, 8 im Rollstuhl, 12 sehr gebrechlich und benötigen Hilfe bei der Grundpflege, 9 versorgen sich noch selber.)
4. Das Team besteht fast ausschließlich aus KPH´s und 'Rote Kreuz Schwestern', mit einer dreimonatigen Ausbildung. Fast alle sind in Teilzeit beschäftigt.
5. Die WBL verteilt die Aufgaben inzwischen wie beim Militär.
6. Es gibt keine Stellenbeschreibung, keine Hausordnung, keine Stationsordnung.
7. Wie tragen Handys am Man, die als Notruf dienen und fast die ganze Schicht über unschlagen. Und das mit einem Nerven tötenden Ton und als Vibrator. Ich möchte an die Strahlenbelastung garnicht denken!
Aufgrund des sehr hohen Arbeitsaufkommens und der totalen Fehlplanung Seitens der Leitung, bleiben viele wichtige Tätigkeiten liegen oder werden nicht erledigt. Die Pflegeplanung existiert nur bei wenigen Bewohnern. Die Eintragungen in den Pflegeberichten sind leienhaft und es gibt keine schnell erkennbaren Eintragungen bezüglich der Pflegeplanung, außer man liest den gesammten Pflegebericht. Kurz, es gibt keinen roten Faden, nachdem man seinen Dienst verrichten kann. Man ist aufgrund des Treibens so verwirrt und mit dem Handy beschäftigt, daß man froh ist, wenn man Feierabend hat.
Ach ja, Feierabend... Von den 18 Tagen, an denen ich dort bisher tätig bin, habe ich nur dreimal pünktlich Nachhause gehen können. Meist bleibt man dort zwischen 20 und 45 Minuten länger. Die WBL sagte mir, dass keine Überstunden oder Mehrstunden aufgeschrieben werden und dass ich diese wohl in den Wind blasen kann. So langsam greift sie auch meine freien Tage an und legte mir nahe, freiwillig einzuspringen, wenn ich im Team Frieden haben möchte!

Gibt es das auch bei Euch und ist dieser Zustand inzwischen normal geworden? Am liebsten würde ich dort kündigen, doch findet man hier in der Nähe momentan nichts das besser aussieht.
Hat da jemand einen Ratschlag für mich?
Beste Grüße!
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18.02.2006, 12:43
Beitrag: #2
Re: Ist das normal in der Pflege? Wichtig!!
Hello babyblue!
Die Beschreibung deiner Arbeitsverhältnisse klingt ja schrecklich! Kenne mich zwar mit der Arbeit im Heim nicht so gut aus, aber da können einem ja nicht nur die Mitarbeiter leid tun sondern vor allem die Bewohner!
Eure PDl und die WBL haben ihren Job vermutlich verfehlt. Dass man schonmal angerufen wird und aus dem Frei einspringt kann ja mal vorkommen, aber dass keine Überstunden berechnet werden? Wo gibts denn sowas?
Ich hoffe, dass die Arbeit, die meist liegen bleibt nicht enorm wichtig ist und die Bewohner gut versorgt sind. Sind die Bewohner denn gut versorgt?
Dass fast ausschließlich KPHs und 'Rote Kreuz Schwestern', mit einer dreimonatigen Ausbildung in diesem Heim arbeiten zeugt ja nicht gerade von Qualität. Ist echt alles sehr fragwürdig. Helfen kann ich dir bei diesem Problem leider nicht. Finde es nur immer wieder erstaunlich zu höre, dass man unter solchen Bedingungen arbeiten kann.
Kann man denn mit der WBL oder der PDL nicht vernünftig reden? Wie sehen die anderen Mitarbeiter die Situation?
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18.02.2006, 12:58
Beitrag: #3
Re: Ist das normal in der Pflege? Wichtig!!
Die HL und die PDL erzählen mir, daß sie bei unserem Chef keine Chance haben, mehr Personal zu fordern. Er hat Angst, das der Kredit für das Haus nicht rechtzeitig bezahlt werden kann. Andererseits hat die HL wohl nicht viel Ahnung von Altenpflege und die WBL scheint ihrer Aufgabe nicht Herr in der Frau zu werden. Andauernd kommt sie mit neuen Aufgaben, die das Team zu erledigen hat. Das Team selber besteht aus Personen, die ihren Job brauchen und nichts bis sehr wenig dagegen unternehmen. Das Neuste war, dass wir nun nur noch Sechsmonatsverträge bekommen sollen. Man hält das kaum noch aus. Man wird becheuert von diesem Handyton und man verrichtet seine Arbeit fast im Laufschritt. Was die WBL anbelangt, so ist sie eine Nummer für sich. Als Krankenpfleger mit PDL Ausbildung kommen mir da ganz andere Gedanken auf, wenn ich das Geld nicht auch benötigen würde, dann wäre das was für die Medien. Doch dann bin ich sehr schnell meinen Job los. Die Bewohner werden von mir jedenfalls so betreut, wie sie es benötigen. Da ich aus der Psychiatrie komme und von somatischer Arbeit kaum noch eine Ahnung habe, so mache ich meinen Teil, so gut wie es mir möglich ist. Vom ersten Tag an befand ich mich im eiskalten Wasser. Die Einarbeitung dauerte mal gerade ein paar Stunden.

Einen Betriebsrat gibt es bisher noch nicht, steht aber vom Team her in Planung.
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18.02.2006, 13:24
Beitrag: #4
Re: Ist das normal in der Pflege? Wichtig!!
Auch dir einen schönen sonntag, trotz allem, was dir so am herzen liegt. wenn du/ihr für alle bewohner zunächst mal eine pflegeplanung erstellen würdet - hättet ihr dann nicht einen anfang gemacht? es wäre wenigstens einmal eine planung, nach der sich alle richten könnten/müssen, und es gäbe allen sicherheit - wenn die pl. gut ist. es ist traurig, was du beschreibst.
Bis denn,
Patty
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18.02.2006, 14:21
Beitrag: #5
Re: Ist das normal in der Pflege? Wichtig!!
Tja, die Pflegeplanung hätte in diesem Hause schon von Beginn an existieren müssen. Doch leider sahen es die Leitungskräfte nicht ein, von Beginn an darauf zu bestehen. Als ich dort anfing, kamen an einem Sonntagnachmittag zwei Kolleginnen auf die Station (WB). Ich frug was sie hier tun möchten und bekam die Antwort, daß sie gekommen sind, um ein paar Pflegeplanungen zu schreiben !? Es war ihre Freizeit und sie wußten, das sie diese Zeit nicht bezahlt bekamen. Sie blieben ungefähr 5 Stunden und schrieben was das Zeug hielt. Nur waren sie nicht darin geschult, Pflegeplanungen zu schreiben und es war auch nicht die Art und Weise, wie man diese Arbeit erledigt. Bis zum heutigen Tag existieren Pflegeplanungen, die nur sehr dürftig geschrieben wurden. Man soll nach Monika Krohwinkel handeln.
Ich persönlich würde ja gerne meine Kollegen darin anleiten. Doch zum ersten haben wir dazu ehrlich keine Zeit und zum zweiten wäre es eine Wahnsinnsarbeit. Da ich mit meinem Gewerbe bei meinen Kollegen auf eine Mauer der Verständnisslosigkeit stoße, was das Einspringen anbelangt und diese kaum ihre Arbeit geschafft bekommen, so hätten sie dazu auch keine Lust.
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18.02.2006, 15:43
Beitrag: #6
Re: Ist das normal in der Pflege? Wichtig!!
Heute ist wieder Sonntag und ich sitze mit dem selben Gefühl an der Tastatur, wie beim letzten Mal. Doch nun komme ich nicht mehr weiter und benötige dringend Rat.
1. Da mein Chef und meine PDL Kenntniss von meinem Gewerbe haben und ich beim Bewerbungsgespräch klar stellte, meine Kundenstamm erweitern zu wollen, so ist es für mich nicht so ohne weiteres möglich einzuspringen. Zudem bin ich auf eine korrekte und pünktliche Dienstplangestaltung und Freigabe des Planes angewiesen.
..Problem: Am 22.02 rief ich meine WBL an und frug nach dem Dienstplan für März. Dies war um 10:00h. Sie sagte mir, das der Plan noch nicht fertig ist und noch nicht zu haben sei.
Um 15:00h rief ich erneut an und erhielt die Antwort, das er nun an der Wand hängt und ich ihn abschreiben kann. Somit fuhr ich an meinem freien Tag zur Dienststelle und schrieb meinen Plan ab.
Es war höchste Zeit dafür, denn ich musste nun alle meine Kunden für den Monat März anrufen um den Termin zu verlegen. (Ich arbeite drei Tage für das Altenheim und 2 Tage arbeite ich in meinem Gewerbe. 2 weitere Tage möchte ich frei haben. Somit habe ich einen 50% Vertrag.)
Einen Tag später, am 23.02 erhielt ich einen Anruf von meiner WBL, die mir schon die erste Änderung durchgab! Zum Glück betraf diese Änderung nur meine Wochenenden, die einfach getauscht wurden!? Vom 24.02 bis zum 27.02 hatte ich Dienst und vom 28.02 bis zum 04.03 frei laut Plan. Den 4./5./6./7./8. sollte ich wieder Spätdienst haben.
Und nun der Hammer...
Am 04.03 Samstags betrat ich um 17:30h den Wohnbereich und wurde sofort ins Verhör genommen. Angeblich hatte ich am 03.03 Spätdienst und war nicht zur Arbeit erschienen. Ich ging zum Dienstplan und stellte fest, das er wieder abgeändert und neu ausgedruckt wurde. Fast alle meine Dienste waren vertauscht. Und es stand in der Tat ein 'S' auf dem Plan für den 03.03. Das Härteste war aber, das ich den 6. und 7. nun frei hatte und den Rest der Woche arbeiten soll. Das ist für mich ein existentielles Problem , denn an den neuen Diensttagen habe ich meine Kunden zu versorgen. Wenn ich sie ein drittes Mal anrufe, dann springen bestimmt einige ab. Denn der Markt ist hart! (Fußpflege) Da Samstag war, so konnte ich niemanden mehr erreichen der mir weiterhelfen konnte. Ich rief meine WBL Zuhause an. Doch stellte sie sich schuldlos und vertröstete mich damit, dies am Mittwoch zu regeln, da sie bis dahin frei habe. Die Änderung habe die PDL getätigt und ich würde die Probleme ja kennen?!

a. Nun komme ich nicht mehr weiter. Sollte der Plan nicht mindestens 2-4 Wochen vor Monatsbeginn als verbindlich am schwarzen Brett hängen?

b. Sind Änderungen nicht mindestens 4 Tage vorher bekannt zu geben?
Was geschied, wenn ich während die Änderungen durchgeführt werden, frei habe?

c. Was geschied, wenn ich am 6. zum Dienst erscheine und die Änderungen nicht akzeptiere. Denn zur Vertragsabsprache gehört, das ich mein Gewerbe führen und erweitern darf!

Alles andere, wie zum Beispiel die Pflegeplanungen etc. behandele ich an späterer Stelle. Nur noch eins für 'Geli'. Klar schreiben meine Kollegen Pflegeplanungen. Und zwar, indem sie von 21:00h bis 23:00h auf der Arbeitstelle bleiben und noch schnell ein oder zwei Planungen hinklopfen.
Oder sie kommen ein paar Stunden eher zum Dienst, oder sie kommen während der 'freien' Tage. Möchtest Du noch mehr wissen? Das Leitbild von Monika K. hängt an der Wand wenn der MDK kommt.

Bitte gebt mir Rat, was ich machen kann. Sollte ich meine Gewerkschaft in Anspruch nehmen und diese Stelle in der Öffentlichkeit bekannt machen? Oder gar eine Kündigung provozieren?

Heute muss ich von 17:30h bis 21:00h arbeiten. Somit habe ich vorher und nachher noch etwas Zeit fürs Forum. Es wäre super, wenn ich ein paar Anhaltspunkte bezüglich der Personalbedarfsplanung für Altenheime bekommen würde.

P.S. die teuerste Arbeitskraft ist die des Menschen und die wertvollste zugleich!
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