Es ist: 18.02.2018, 09:22 Hallo, Gast! (AnmeldenRegistrieren)

Antwort schreiben 
 
Themabewertung:
  • 0 Bewertungen - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Neuer Job - furchtbare Zustände im Pflegeheim
04.04.2006, 05:35
Beitrag: #1
Neuer Job - furchtbare Zustände im Pflegeheim
Hallo Community. Am Montag habe ich (nach 5 Jahren amb. Pflege) meine neue Stelle als Pflegehelferin in einem Altenheim angefangen und es ist einfach nur schrecklich. Die Bewohner dort werden einfach schrecklich behandelt und das Personal ist total unterbesetzt und steht ständig unter Zeitdruck. Ausserdem ist die Pflegedienstleiterin ganz furchtbar.
Gestern hat man mir gezeigt wie die Bewohner offiziell gepflegt werden und heute hat man mir dann gezeigt wie es wirklich läuft.
Am Wochenende werden die Leute fast gar nicht gewaschen, weil zu wenig Personal da ist und in der Woche auch nur an drei Tagen 'gründlich' (allerdings verstehe ich da unter gründlich etwas anderes)...
Der Stationsleiter hat mir dann heute gesagt, dass ich einfach etwas mehr Deo aufsprühen soll, damit 'die' nicht so riechen. Wichtig wäre es einfach auf das äußere Erscheinungsbild zu achten, d.h. Hände, Gesicht und Kleidung müssen sauber sein, auf den Rest würde sowieso erst Mal keiner achten. Die Intimpflege mittags und abends, die bei uns in der ambulanten Pflege üblich war wird hier gleich ganz weggelassen. Wenn überhaupt wird mal in die Pampers geschaut und nur wenn der Patient eingekotet ist wird gewechselt, aber nicht gewaschen. Trotzdem wird natürlich eine Intimpflege abgerechnet.
Die Worte 'Bitte' und 'Danke' benutzt hier kaum ein Mitarbeiter, dafür werden die Bewohner geduzt, mit 'Kosenamen' wie z.B. (Junge, Schätzen, usw.) oder z.B. mit 'Was willst Du' angesprochen.
Ansonsten wird mit den Bewohnern auch während der 'Pflege' fast gar nicht kommuniziert, es herrscht eine richtige Fließbandatmosphäre.
Ich kannte so etwas bisher nur aus dem Fernsehen und jetzt arbeite ich selber in einem solchen Heim und weiß nicht wie ich das mit meinem Gewissen vereinbaren soll. Ich kann aber auch nicht kündigen, weil ich das finanziell nach drei Monaten Arbeitslosigkeit nicht hinbekommen würde und ich ja jetzt kein Arbeitslosengeld erhalten würde. Ich weiß einfach nicht weiter. Ich war doch so froh, dass ich endlich wieder Arbeit hatte.

Grüße!
Macky
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
04.04.2006, 07:07
Beitrag: #2
Re: Neuer Job - furchtbare Zustände im Pflegeheim
Ich finde es gut, das du versuchst, dagegen etwas zu unternehmen. Das tust du - allein schon damit, das du dir Gedanken machst und hier den Beitrag veröffentlicht hast.

Deine Worte klingen erschreckend. Es ist traurig zu lesen, wie es bei euch so zu geht..
Handelt es sich denn um ein privates Altersheim oder hängt da noch wer mit dran?
Falls ja - anonymen Hinweis an Vorgesetzte.
Gibt es im Team auch Leute, die auf deiner Seite stehen?
Du kannst evtl. auch 'dezent' Angehörige auf den Zustand aufmerksam machen.

Es gibt einen Sozialpädagogen, der solche Heime gerne mal 'unter die Lupe' nimmt und solche Skandale aufdeckt. Hast du schon mal von einem Herr Claus Fussek etwas gehört?
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
04.04.2006, 08:47
Beitrag: #3
Re: Neuer Job - furchtbare Zustände im Pflegeheim
Tschau!
Will es gar nicht glauben?

Mit dem DEO? wirklich?

Aber ich halte es doch für wahr. Mit diesem Thema scherzt man nicht.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
04.04.2006, 09:27
Beitrag: #4
Re: Neuer Job - furchtbare Zustände im Pflegeheim
Ich bin ja erst drei Tage in diesem Heim, aber ich habe mich schon mit mehreren Schwestern über die Zustände dort unterhalten. Eine meinte gleich am ersten Tag, dass ich mir keine falschen Vorstellungen vom Heim machen sollte. Es wäre in etwa so, wie die Heim die oft als Horror-Heime im Fernsehen gezeigt werden. Auch die anderen Schwestern haben mir gegenüber offen zugegeben, dass die Patienten nicht richtig versorgt werden und dass der Zeitdruck sehr hoch ist.
Wie ich schon sagte: Es gibt dort die offizielle Version wie die Bewohner versorgt werden sollten und die tatsächliche Version.
Es ist nicht so, dass einer der Bewohner die ich bis jetzt gesehen habe offensichtliche Schäden durch die Pflege hat. Darauf wird sehr geachtet. Der Schein muss ja gewahrt werden. Die meisten Bewohner können sich ja auch nicht mehr dazu äußern wie sie gepflegt werden.
Ich habe zwar vor dieses Heim bei der Heimaufsicht zu melden, aber ich glaube kaum, dass das erfolgreich ist. Die wichtigen Sachen wie z.B. perfekte Dokumentation oder Lagerungen der Bewohner werden ja ordnungsgemäß durchgeführt.
Unter welchem Zeitdruck und in welcher Art und Weise die Bewohner vom Personal gepflegt werden kann ich ja nicht beweisen. Das z.B. die Intimpflege zwar abgerechnet, aber nicht durchgeführt wird kann ich ebenso wenig beweisen, wie die Tatsache, dass die Bewohner nur an manchen Tagen 'gründlich' gepflegt werden.
Bis dann.
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
04.04.2006, 10:49
Beitrag: #5
Re: Neuer Job - furchtbare Zustände im Pflegeheim
Moin Moin!

Für mich hört es sich ganz so an, als ob sich schon mehrere der Kollegen Gedanken darüber gemacht haben und es selbst auch nicht gut finden.
Das ist von Vorteil - denn zusammen erreicht man mehr, als alleine.
Mortisha, du schreibst, das du nichts beweisen kannst. Doch wenn ihr mehrere seid, die das bestätigen, steht ihr auf der sicheren Seite.
Ich denke, es können auch geistig rege Bewohner gute Angaben zu der Situation machen. Könnte das so sein?

Daumen hoch für dein Vorhaben, die Sache der Heimaufsicht zu melden.
Selbst wenn es auf den ersten Anhieb nicht klappt, hast du/habt ihr es versucht.
Und das ist zum Glück nicht die einzige Lösungsmöglichkeit.
Wie findest du denn meine restlichen Vorschläge im letzten Beitrag?

Ich hoffe wirklich, das gegen ein solches Heim und dessen Zustände etwas getan werden kann, bzw. ein Erfolg eintritt. BG!
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
04.04.2006, 11:33
Beitrag: #6
Re: Neuer Job - furchtbare Zustände im Pflegeheim
Guten Tag!
Traurigerweise waren solche dinge schon oft hier zu lesen. und bei mir läuft es im privaten heim nicht viel anders. von der pflege jedenfalls. wir sind auch weit unterbesetzt. klar wir sind laut dienstplan 4 leute im früh, aber tatsächlich sind davon ein azubi, ein praktikant, ein helfer oder ne fachkraft und der teamleiter, der nur im büro sitzt. für 36 bewohner inclusive küche.

und wenn die heimleitung kommt, kündigt sie sich 2 wochen vorher an und alles läuft mit auszeichnung.

letztlich halten aber die mitarbeiter gut zusammen und es handelt jeder für sich nach bestem wissen und gewissen. also solch miesen ton gibt es nur von wenigen, die dann aber auch unbeliebt beim rest des teams sind.
also ich hab meist eine gruppe von 13 bewohnern und übernehme oft noch 1 aus einer anderen gruppe, wo ich sicher nur jeden zweiten tag auf füße waschen achte, aber dafür auf nägel, zähne, haare und allgemeine grundpflege achte.zur intimpflege am mittag müssen oft feuchttücher herhalten, aber nachdem ich bei der altenpflegemesse diverse einmallappen gesehen habe, die blaukarriert wie spüllappen aussahen, steh ich auch zu meinen feuchtüchern (besser als spüllappen, was sich dann als waschen schimpft). dafür dusche ich lieber jede woche. ich räum mir auch immer zeit für scherze, gespräche, basteln, singen ein, mache alles sofort als immer zu sagen 'keine zeit'. bei uns klagen eigentlich alle nur über das gehalt und nicht über die arbeit an sich, denn diese bedingungen finden sich weit verbreitet.

es kommt einfach darauf an, was du selbst daraus machst. und wie du hinter deine arbeit stehst. wenn du deinen bewohnern freundlichkeit und fröhlichkeit am leben vermittelst mit etwas charme bei der pflege, dann hast du mehr erreicht als gründlich gewaschene füße. vernunftige begrüßung mit händedruck oder ein offenes ohr für probleme, zur begrüßung ein liedchen macht dich bei vielen bew. willkommen, auch wenn mal etwas nicht exakt ist. ich sag nicht, man soll die pflege vernachlässigen, was dir auffällt muss natürlich gemacht werden. aber eine gesunde seele ist wichtiger als brav gewaschene füße, die nicht mal gerochen hatten vorher. die zeit kann man besser nutzen, dann creme ich lieber den rücken ein und massiere etwas.
MfG.
Aceton
Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Tags
hautbeobachtung in der altenpflege, rückenschonend arbeiten in der pflege, ats kompressionsstrümpfe unterschied, pflegeplanung mobilisation, nancy roper, bibiografie von nancy roper, arbeitsauftrag pflege, biographie über nancy roper, sites
Antwort schreiben 


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Kontakt | Pflege Forum | Nach oben | Zum Inhalt | Archiv-Modus | RSS-Synchronisation | Impressum