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Pflegeforum - Snoezelraum
17.09.2003, 13:34
Beitrag: #1
Pflegeforum - Snoezelraum
Hallo zusammen!

Mein Arbeitsplatz hat millterweile von 35 Bew. 24 hochgradig demente
Bewohner.
Es ist z.Z. ein Raum frei und wir könnten dadurch eine Art - Rundgang-
herstellen. Es sind 9 Mernschen die einen hohen Bewegungsdrang haben.
Ich kenne diese Räume auch nur von der AP Messe.
Wenn einer hier weiter an diesem Thema bleibt ,wäre es eine Hilfe für meine praktische Vorbereitungen , wie Anforderungen,
Hindernisse......!
Gibt es Erfahrungen , Ergebnisse laßt bitte was hören.
In unserer WB - Planung ist es im Team für Januar ´04 geplant.
( Es ist also nicht ' brand eilig ' !! )
Auch bei mir heißt es immer ....ja prima....ja machen sie mal....mal so nebenher... Wie es aus der Arbeitswelt wohl jeder kennt.
Alles Gute.
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17.09.2003, 14:44
Beitrag: #2
Re: Pflegeforum - Snoezelraum
Hallo Du, da mich dieses Thema sehr interessiert würde ich gerne auf diesem Wege mitarbeiten.
In meinem Praktikum auf der Dementenstation in der Psychiatrie hatte ich Gelgenheit in einem Bereich zu arbeiten, der nach den neusten Erkenntnissen gepant und auch gestaltet war!
Dort hatte sich eine Kommission gebildet (Farbtherapeuten, Architekten, Ärzte, Physiotherapeuten, Pflegende, Aromatherapeuten u.v.m.) die zusammen diesen Bereich duchdachten, planten und bauen ließen!
Also der Demente wurde wirklich ganzheitlich gesehen und Erfahrungen und Wissen wurden gut umgesetzt.

Ich kann ja mal ein paar Grundlegende 'Gedanken' und die Begründungen niederschreiben:

Demente haben meistens einen starken Bewegungsdrang, der sich kaum unterdrücken lässt. (abgesehen von sedierenden Medikamenten, die wir hier mal ausklammern)
So ist ein vernünfiger barrierefreier Rundweg angebracht.
Dieser sollte aber aus den verschiedenen Blickwinkeln durchdacht sein.
z.B. der Mensch ist nun mal 'erdgebunden' das ändert sich auch nicht.
So ist ein erdfarbener, ruschfester Fußboden sinnvoll. Das Muster sollte unauffällig sein, weil der Demente eventuell Hindernisse erkennen könnte, die nicht da sind! (Steine, Stufen usw)
Der 'Laufweg' sollte abgegrenzt sein (farblich) zu den Ruhezonen, die sehr wichtig sind!! (Ein Stuhl oder Sessel an einem Fenster mit Tisch, reicht da schon aus!)
Handläufe, die abgerundet sein sollen......bei einem dementen geht sehr viel über den Tastsinn und rund fühlt sich immer besser an als eckig!
Auch das Material sollte warm sein, sonst wird der Handlauf nicht genutzt.
Der Übergang von Wand zum Fußboden sollte klar erkennbar sein. Ein Sonnengelb, ein Mint oder ein Ocker spiegelt das Licht des Lebens, die Freude wieder.
Der Rundweg sollte beruhigend gestaltet werden um eine Reizüberflutung zu vermeiden. Jahreszeitenbilder haben sich als sehr hilfreich erwiesen.....
um den Rundweg als Anfang und Ende und Neubeginn auszuweisen, sonst haben die Dementen vielleicht das Gefühl, niemals am Ziel anzukommen.
Wenn möglich sollte eine indirekte Beleuchtung gewählt werden. (das hab ich anfänglich auch nicht verstanden, hab dann aber nachgefragt!)
Demente haben Ängste und Tageslicht wirft Schatten und kann große Ängste und Unsicherheiten erzeugen. Tagesstruktur ist das Wichtigste überhaupt um den Dementen zu beruhigen. Wenn nun die Beleuchtung so geregelt wird, daß sie einen klar erkennbaren Tagesverlauf 'simulieren' erzeugt das Sicherheit. (sag ich einem Dementen es ist helligter Tag und der Himmel ist im Herbst wolkenverhangen und es ist düster, so stellt er doch meine Aussage und sich selbst in Frage!
Erinnerungspausen sollten miteingebaut werden, das könnte ein Bereich sein, in dem alte Fotos hängen, alte bekannte Gegenstände stehen. Was zum anfassen und zum Riechen z.B. Bienenwachskerzen (ohne Docht versteht sich) Gewürze in ungefährlichen Dosen, Leinentücher, oder alte Wandteppiche, Stickereien oder sonstiges.
Ich weiß es ist immer schwer, von seinen eigenen Vorstellungen abzugehen und nicht einen schönen bunten Druck aufzuhängen, aber es geht ja hier um die Erinnerung für die Dementen.
Musik sollte (könnte) spielen, aber dies sollte nach Ritualen erfolgen. eine immer wiederkehrende Melodie kurz vor den Essenszeiten oder der Mittagsruhe ist zwar für das Pflegepersonal eher nervig, aber den Dementen hilft es als Orientierung.
Soviel zum Rundweg!
Die Raumgestaltung sollte dann wirklich für Menschen sein, die in ihrer Vergangenheit leben. Bestimmte Erfahrungen und Fähigkeiten gehen auch bei Dementen nicht vollends verloren. Dies sollte man immer beachten, wenn man ein sogenanntes Beschäftigungsangebot machen möchte.
Ein altes Sofa wird bestimmt lieber als Rast genutzt, als eine komfortable Relax-Liege!!! Holzschmeichelsteine bestimmt lieber als Gummiigel!
Erinnerungskisten werden immer gerne begutachtet (da sind oftmals die Angehörigen bereit sich mit einzugeben mit alten Fotos , Teddys oder anderen biographischen Gegenständen).
hm.......nun geht mir erstmal die Luft aus, aber ich hoffe, daß Du das eine oder andere aus meiner Ausführung gebrauchen kannst!
Wie gesagt, ich helf Dir gerne mit meinen Ideen weiter.
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17.09.2003, 15:12
Beitrag: #3
Re: Pflegeforum - Snoezelraum
Mal schauen

handelt es sich wirklich um einen Snoezelraum? Ich kenne diese nur in Verbindung mit Wasserbettmatratzen Wassersprudelsäulen mit verschiedenen Lichtern und leichten Stoffen (Bewohnerorientiert, für alte Menschen nimmt man eher weiß )die Snoezelräume die ich bisher gesehen habe ,hatten nur sehr wenig oder gar kein Material zur Biographie. Die Räume wurden mit verschiedenen Lichtreflexen( individuell einsetzbar)versehen. Aromatherapie und Musik wurde auch eingesetzt. Die von dir beschriebene Art kenne ich nicht. Mich würde dabei interessieren mit wieviel Bewohnern wird dieser Raum aufgesucht und wie lange bleiben sie dort. Ich kenne wie gesagt nur Snoezelräume die zum Ausruhen (also nicht zum Durchlaufen) da sind. Diese werden von vielen Dementen gern in Anspruch genommen während das für andere wieder gar nichts ist. Ich würde mich freuen wenn du dazu mal was schreiben könntest. Macht es gut

~Ben~
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17.09.2003, 16:20
Beitrag: #4
Re: Pflegeforum - Snoezelraum
Hallo Du.
Jepp, Du hast recht, der Snouzleraum sieht auch meistens so aus!
In meinem Beispiel oben bin auch auch eher auf den sogenannten 'Rundgang' eingegangen. Das ist eher der Flurbereich!
Der Raum selber kann individuelle gestaltet sein!!!
In der Gerontologie mit vorrangig Dementen (so wurde mir allerdings gesagt) soll auf deren Bedürfnisse eingegangen werden.
Welcher Demente, der sowieso schon das Gefühl hat sich in seiner Identität 'aufzulösen' legt sich gerne auf ein Wasserbett?? mal ehrlich, das leuchtet mir auch ein!
Demente befinden sich in der Regression, das heisst sie wandern auf der Zeitachse zurück.......immer weiter und unaufhaltsam. Was ihnen bleibt ist ihre kristalline Intelligenz, ihr Erfahrungswissen und die Fähigkeiten, die sie früher einmal errungen haben am längsten. So erscheint mir dieses Konzept mit alten Möbeln z.B. zum snouzeln am sinnvollsten.
In anderen Bereichen wird das sicherlich wieder ganz anders aussehen.
Ein Mensch mit Depressionen oder Psychosen wird wohl eher die klassische Variante vorziehen.
Ich habe dort im Praktikum erstaunlich positive Erfahrungen gemacht.
Da waren wirkliche Läufer, die nach kurzer Zeit diesen Raum in Verbindung mit dem Rundweg, nutzten und augenscheinlich für längere Zeit zur Ruhe gekommen sind.
Wassersäulen wurden dort auch eingesetzt, allerdings ganz niedrig eingestellt und ohne Lichtreflexe, weil eine Reizüberflutung vermieden werden sollte.
hm, ich denke mal wenn ich die Möglichkeit hätte in einer Einrichtung Wohnraumanpassung durchzusetzen, dann würde ich mich gerne austoben nach meinen Vorstellungen.
Habt ihr einen solchen Raum zur Verfügung?

Bis dann.
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17.09.2003, 18:11
Beitrag: #5
Re: Pflegeforum - Snoezelraum
Erstmal v i e l e n Dank für diese Menge an Info `s.
Ich werde mir deine Seite speichern ( mit den verschiedenen Internetseiten ) und bei Bedarf ranholen.
Wenn ich, wir,.. im WB starten werde ich wohl noch einiges anfragen.
- Etwas noch , da ich hier in NRW lebe......., kennt jemand hier Raum eine stationäre Einrichtung wo so etwas schon erfogreich läuft.
Bitte nicht in München oder Flensburg ...das wäre doch ein
wenig zu weit. Bis denn,
J.T.
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