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Quo vadis Pflege? Was tun?
30.04.2006, 14:22
Beitrag: #1
Quo vadis Pflege? Was tun?
Salve meine sehr verehrten Forumfreunde!

Schriftlich ausgearbeitete Rede, die von Rechtsanwalt Alexander Frey, Mitglied des Forums und Sprecher des Arbeitskreises gegen Menschenrechtsverletzungen, am 13.8.2001 in Genf vor den Mitgliedern des Komitees für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte gehalten wird.[/FONT]
Anrede,
in der Bundesrepublik Deutschland leben ca. 400.000 Menschen in Pflegeabteilungen von Altenheimen. Mehr als die Hälfte dieser Bewohner ist psychisch krank oder altersdement.
Untersuchungen der Medizinischen Dienste der Krankenkassen und die Recherchen einer Reihe von privaten Organisationen haben ergeben, dass in den Einrichtungen erhebliche Defizite bestehen:
Ca 85 % der Bewohner sind unterernährt, da für das Personal oft keine Zeit besteht Hilfestellung beim Essen zu leisten oder die Ernährung nicht altengerecht ist.36 % der Bewohner leiden an Austrocknung, da sie nicht genügend zu Trinken erhalten.Aufgrund der schlechten Ernährungssituation und auf Grund der Tatsache, dass die Bewohner oft über längere Zeiträume nicht gewaschen oder geduscht werden, entstehen offene Wunden. 25 % der Bewohner leiden an Decubitusstellen ( offene Wunden). 5 % leiden an schweren Decubitus. Demnach sind ca. 20.000 Heimbewohner einem ähnlichen Decubitus ausgesetzt, wie er auf dem von mir mitgebrachten Bild zu sehen ist. Die Bewohnerin erhielt auf Grund der nachweisbar falschen Pflege 46.000 DM Schmerzensgeld.Es werden Katheder gelegt, um die Menschen nicht auf die Toilette bringen zu müssen. Es werden Magensonden gelegt, um keine Hilfestellung beim Essen leisten zu müssen.Es werden starke Psychopharmaka zur Ruhigstellung gegeben. Zeit für Zuwendung, z.B. bei der Sterbebegleitung bleibt nicht.Kritiker erhalten Hausverbote, das Akteneinsichtsrecht in die Akten der Kontrollorgane wird verweigert, um die Möglichkeit von gerichtlichen Schritten durch die Heimbewohner auszuschließen.Ca. 400.000 freiheitsentziehende Maßnahmen, z.B. Festbinden von Personen, starke Psychopharmaka, werden täglich durchgeführt. Dies geschieht oft ohne richterliche Genehmigung, entgegen der in der Bundesrepublik bestehenden Gesetzeslage.Nach einer Untersuchung eines großen Verbandes mit 500.000 Mitgliedern (Sozialverband Deutschland) sterben in den Pflegeheimen bundesweit ca. 10. 000 Menschen jährlich auf Grund der verheerenden Pflegesituation.Zu Unrecht weist die Bundesregierung daraufhin, dass es sich hier um 'bedauerliche Einzelfälle'handeln würde und die Pflege insgesamt 'optimal' sei. Ein Pflegeschlüssel von I: 2,8, der in der Bundesrepublik üblich ist, bedeutet, dass 28 schwerstpflegebedürftige Menschen rund um die Uhr in 3 Schichten gepflegt werden. Bedenkt man Urlaub, Krankheit, Fortbildung usw. kommt man zu der Situation, dass 28 Schwerstpflegebedürftige von höchstens 2 oder 3 Personen gepflegt werden und die tatsächliche Pflege pro Person nicht einmal 1 Stunde am Tag beträgt. Unter diesen Bedingungen ist eine menschliche Pflege nicht möglich! Die Bundesrepublik Deutschland hat ein Heimbewohnerschutzgesetz und ein Qualitätssicherungsgesetz vorgelegt, das jedoch keine Verbesserung bringen wird, da im Gesetz nicht geregelt ist, wie viel Personal künftig für wie viele Bewohner angestellt werden soll und wie viel Personal tatsächlich für jeden Bewohner vorhanden sein muss.
Unwahr ist die von der Bundesregierung aufgestellte Behauptung, dass für die Pflege nicht genügend Geld da sei. Eine Personalvermehrung würde zu Einzahlungen in Sozialkassen, Entlastung der Arbeitsämter und Kommunen als Sozialhilfeträger führen. Allein die Kosten für Krankenhausaufenthalte von Bewohnern, die an Austrocknung und Decubitus auf Grund der ungenügenden Pflege leiden, geht in die Milliarden DM. Die Überbelastung des Personals führt zu einer Erhöhung des Krankenstandes und zu frühzeitiger Erwerbs und Berufsunfähigkeit. Die Mehrkosten für Krankenkassen und Rentenversicherungen auf Grund der Überlastung des Personals gehen jährlich ebenfalls in die Milliarden DM. Die Bundesregierung müsste verhindern, dass Heimbetreiber ohne angemessene Gegenleistung die Bewohner abkassieren.
In der Bundesrepublik Deutschland werden täglich tausendfach die Tatbestände der Körperverletzung und Freiheitsberaubung erfüllt. Artikel I des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist, gilt nicht in Altenheimen, in Altenheimen ist die Würde des Menschen antastbar. Nach Artikel 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland hat jeder das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Bundesregierung schaut desinteressiert zu, wie diese Grundrechte verletzt werden.
Artikel 3 der Konvention ZUll1 Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten besagt, dass niemand einer unmenschlichen Behandlung unterworfen werden darf. Nach Artikel}} des internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte soll jeder Bürger einen angemessenen Lebensstandard erhalten, einschließlich ausreichender Ernährung. Nach Artikel }2 erkennen die Vertragsstaaten das Recht eines jeden auf das für ihn erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit an.
Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland tritt die Grundrechte der Bundesrepublik Deutschland und die internationalen Vereinbarungen mit Füßen.
Das Forum zur Verbesserung der Situation pflegebedürftiger alter Menschen in Deutschland bittet das Komitee über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte seine Besorgnis über die Lage von Menschen in Pflegehein1en in der Bundesrepublik Deutschland auszudrücken und darauf hinzuwirken, dass Menschen in Pflegehein1en in der Bundesrepublik Deutschland bis zu ihrem Tod menschlich und fachlich qualifiziert gepflegt werden.
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30.04.2006, 16:17
Beitrag: #2
Re: Quo vadis Pflege? Was tun?
Ciao Naila Dazu kann ich nur sagen,kein Wunder das die Verweildauer von Pflegekräften bei 5 Jahren liegt.
Den Heimbetreibern geht es ja möglichst darum viel Kohle zu scheffeln und nicht um angenehme Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Das wir Pflegekräfte keinen Stellenwert haben,ist ja allseits bekannt!
Und alte,kranke oder gar pflegebedürftige bringen keinen Etat mehr fürs Land und sind daher nur noch eine finanzielle Belastung für unsere lieben Politiker( sog. Altlasten) Bis dann. Inchen84
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30.04.2006, 16:45
Beitrag: #3
Re: Quo vadis Pflege? Was tun?
Die ganze Sache ist aber eben nicht billig! Sparen heißt nicht unbedingt im Endefekt wirklich zu sparen!
Ausserdem kurbelt Pflegepersonal ja auch den Konsum an und sorgt für Einnahmen!

Allerbeste Grüße
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30.04.2006, 18:03
Beitrag: #4
Re: Quo vadis Pflege? Was tun?
Hello!

Egal an welcher Stelle man am Hemd zieht,irgendwie ist es immer zu kurz,oder?
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30.04.2006, 18:29
Beitrag: #5
Re: Quo vadis Pflege? Was tun?
Man arbeitet daran!
Pflegestammtisch München und an der 'Front'!
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30.04.2006, 18:41
Beitrag: #6
Re: Quo vadis Pflege? Was tun?
Dein Beitrag ist von 2001, wie sind die aktuellen Daten? Diese Art Dekubiti haben weder meine Mitschüler noch ich in den Altenheimen erlebt. Gesehen wurden sie jedoch in der häuslichen Pflege und dort eigentlich sehr oft.
Ich denke dass es mittlerweile verpflichtend ist regelmäßig das Gewicht eines BW zu erfassen(Pflegeplanung) dementsprechend muß man auch auf Gewichtschwankungen nach unten reagieren z.B. Hochkalorische Kost.
Inzwischen haben die Heime neue Auflagen bekommen, deshalb würde mich aktuelle Berichte interessieren.
MfG.
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