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Zum Glück gezwungen,ob das richtig ist?
17.05.2006, 08:27
Beitrag: #1
Zum Glück gezwungen,ob das richtig ist?
Tag Forum
bräuchte Euren Rat.
Noch etwas positives,welches mir aber zu Denken gegeben hat und worüber ich auch heute noch oft nachdenken muß.

Eine BW kam zu uns,bettlägerig,blind,inkontinent,sie konnte nichts mehr selber tun,sich nicht mal mehr selber drehen im Bett,geschweige denn stehen.

Sie wurde von uns mobilisiert,dies erforderte einen langen Vertrauensaufbau,und es hat funktioniert,aber wie.....

Einige Schwestern nahmen die Frau an die Hand, obwohl sie nicht wollte, und liefen mit ihr bis zum Tagesraum.Sie sagte klar,ich will nicht.Trotzdem wurde sie sanft ' gezwungen '

Nach nur ca.8 Wochen lief sie mit Begleitung,aber immer unter murren und mit Wiederstand.

Dann erhielt sie eine von uns initiierte Augenoperation,in die sie einwilligte.

Sie konnte wieder sehen,und jetzt ging die Post ab,sie war lustig,sie ging mit zu Ausflügen,tanzte gerne und kaufte sich PINKE TURNSCHUHE,echt wahnsinn.Außerdem pflegte sie sich wieder selber und konnte ihre Mahlzeiten selbständig zubereiten und zu sich nehmen.

Diese Frau hat mit großer Lebensfreude noch 5 Jahre bei uns gewohnt und war uns sehr dankbar.

Heute denke ich,es wurde richtig gehandelt,hätte ich aber als Außenstehender die Situation beobachtet wie die BW anfangs unwillig über den Flur ging...ich weiß nicht...da hätte ich gedacht : Wie gehen die mit ihren BW um? das ist eine Form von Gewalt!

Auch heute denke ich oft darüber nach,wenn ich etwas mache aus einer Situation heraus,kommt es sicher manch Angehörigen oder Ärzten komisch vor.Ich hab dann oft das Gefühl,dass ich mich rechtfertigen muß,damit kein falsches Bild entsteht.....

Wie geht ihr mit so etwas um ?

Kann jemand helfen? Vielen Dank und beste Grüße

La_Morena
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17.05.2006, 09:59
Beitrag: #2
Re: Zum Glück gezwungen,ob das richtig ist?
Dieses Problem wird Dich in der Pflege ständig begleiten. Der Grat, auf dem wir wandeln, ist äusserst schmal und schnell bin ich bei Bevormundung oder Gleichgültigkeit gelandet.

Die Frage ist, inwieweit ist ein Bewohner oder ambulanter Kunde psychisch so gesund, dass er die Folgen seines Handels überblicken und richtig einschätzen kann.

Nimm Verwahrlosung in der häuslichen Pflege- solange der Kunde sich selbst in seinem 'Dreck' wohlfühlt und keine gesundheitlichen Schäden davon trägt oder sozial ins Abseits gerät, sehe ich keine Veranlassung einzugreifen. Schwieriger wird es, so wie in dem von Dir beschriebenen Fall- wenn jemand eine viel bessere persönliche Lebensqualität haben könnte, aber möglicherweise schon mit dem Leben abgeschlossen hat. Denke mal, die Kollegen aus der Psychiatrie können da Bände drüber schreiben.

Es wird immer schwierig sein, Fürsorgepflicht, eigene Vorstellungen von Lebensqualität und die mitmenschliche Verantwortung mit den Wünschen und Lebensarten anderer Menschen in Einklang zu bringen.

Du hast recht, auf Besucher mag das Szenario eigenartig gewirkt haben- bei den Ärtzen wohl weniger; sie kennen die Problematik ja bestens. Ich fände es wichtig, dass eine Einrichtung Pflegeethik als Thema für einen oder mehrere Angehörigenabende nimmt und die Problematik beleuchtet. Sonst kann es schnell passieren, dass aktivierende Pflege als Faulheit der Pflegekräfte- oder sogar als Gewalt- gedeutet wird.
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17.05.2006, 11:18
Beitrag: #3
Re: Zum Glück gezwungen,ob das richtig ist?
Ich kann mich doedl nur voll und ganz anschließen, diese Dame hatte sich aufgegeben, verständlich bei der Diagnose.
Aber spätestens bei der Augen OP hat sie euch vertraut und Mut gefaßt.
Sie ist nicht als ein Häufchen Elend von der Welt gegangen. Ihr habt das gemacht was unseren Beruf ausmacht, Menschen lernen Lebensfreude zu haben. Die Mittel sind die Wege zum Erfolg. Ihr habt gespürt, dieser Weg ist richtig und weiter gemacht, Entscheidungen aus dem Bauch sind oft nicht die schlechtesten.
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17.05.2006, 13:05
Beitrag: #4
Re: Zum Glück gezwungen,ob das richtig ist?
Wenn man sich vorstellt wie viele alte Menschen sich aufgrund von Bewegungseinschränkungen oder anderen einfach aufgeben und in tiefe Depris verfallen muß man manchmal einschreiten und einen Weg aufzeigen der positiver ist.
Auch wir laufen mit einigen BW die eigentlich nicht wollen, dazu gehört in jedem Fall eine gute Beobachtungsgabe(fordern aber nicht überfordern) damit sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen kann.
Wenn die BW dann ein paar Schritte gelaufen sind, vielleicht wirklich aus der Puste sind und wieder sitzen, kann man oft genug Verwunderung über sich selbst erkennen. Wenn dann noch positiver Zuspruch von den zu Pflegenden erfolgt, bekommen diese Menschen Bestätigung und zumindestens mir kommt es vor als sei auch ein wenig Stolz über diese Leistung in ihren Gesichtern zu erkennen, wenn sie sich äußern können hört man das auch meist.
Die Krankengymnastik macht im Prinzip nichts Anderes, ich denke nicht alle Menschen sind gewillt diese oft anstrengenden Übungen so ganz freiwillig und selbstbestimmt mitzumachen.
Wichtig ist dass man immer im Sinne des BW/zu Pflegenden arbeitet und sein Wohl im Kopf hat.
Wir kennen das doch eigentlich auch von uns selbst, manchmal ist es einfach nötig einen kleinen liebevollen aber dennoch konsequenten 'Tritt' zu bekommen um weiterzumachen bzw. um uns diverse Dinge zuzutrauen. Tschüß

A.Eder FRG
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17.05.2006, 14:34
Beitrag: #5
Re: Zum Glück gezwungen,ob das richtig ist?
Lieben Dank für Eure Antworten,die Idee mit der FB in Pflegeethik ist gut,kann ich mal bei mir im Heim anbringen.
Grüße.
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Tags
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